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Ähnlich wie Träume das persönliche Unbewusste des Träumers widerspiegeln, so spiegelt eine Aufstellung das Unbewusste des jeweiligen Systems (Familie, Firma, Freunde oder andere Systeme) wider.
 
Der Therapeut führt Vorgespräche mit dem jeweiligen Aufsteller, um sein Anliegen zu ergründen und um notwendige Hintergrundinformationen zu erfahren. Auch im Vorgespräch wird entschieden, ob die Herkunftsfamilie, Gegenwartsfamilie oder ein anderes System aufgestellt wird.
 
In Gruppenseminaren sitzen Klienten in einem Kreis. Bei der Aufstellung bittet der Aufsteller Teilnehmer aus der Gruppe, stellvertretend die Rollen seiner Familienmitglieder (oder Nachbarn usw.) zu übernehmen. Auf diese Weise werden Vater, Mutter, Geschwister und ein Stellvertreter für den Aufstellenden ausgewählt. Bei alldem braucht der Therapeut nur wenige Informationen. Charakterisierungen, wie: mein Vater war immer sehr dominant, sind dabei unwichtig.
 
Wenn alle Familienmitglieder ausgesucht sind, nimmt der Klient die Stellvertreter an den Schultern, stellt sie nach seinem inneren Bild und Gefühl im Raum auf. Dadurch treten sie untereinander in Beziehung. Der Klient beobachtet das Geschehen von seinem Platz aus.
 
Schon allein das äußere Bild der Aufstellungen kann in vielen Fällen Aufschlüsse geben.

 
Wenn alle zu einander in Beziehung stehen, fragt der Therapeut die Stellvertreter, wie sie sich körperlich und emotional fühlen und was sie den anderen "Familienmitgliedern" gegenüber empfinden. Je nach Situation und Gefühl können sich die Mitglieder auch selbst verstellen und "ihren" richtigen Platz finden. Dies entscheidet der Therapeut.
 
Obwohl es sich bei den Stellvertretern um völlig fremde Menschen handelt, ist es immer wieder verblüffend, wie detailliert diese die Geschichte der Familie darstellen können. Sie fühlen sich wie die wirklichen Familienmitglieder. Ich erinnere mich zum Beispiel an eine Aufstellung, bei der ich als Stellvertreter das Gefühl hatte, mir wären beide Beine abgeschnitten. In solcher Stellvertreterposition kann man die unterschiedlichsten körperlichen Beschwerden wahrnehmen, die der Betreffende hatte oder hat, zum Beispiel einen chronischen Magendruck oder ein Herzrasen. Man spürt auch sofort, wer zu wem Antipathie oder Sympathie hat.
 
Die Aufstellung nimmt eine Dynamik an, die der Therapeut erkennt und ihr nachgeht. So kann schon durch eine Aufstellung ein Problem gelöst werden.
 
Bei einem Seminar hatte eine Klientin ihren Vater aufgestellt, den sie nahezu zwei Jahrzehnte nicht gesehen hatte. Die Art, wie sich in der Aufstellung sein Charakter darstellte, stimmte kaum noch mit dem überein, was ihr die Mutter über ihn erzählt hatte. Schon bald nach dem Seminar faßte sich die Klientin ein Herz und besuchte ihren Vater. Wie sie mir erzählte, war sie ziemlich verblüfft, daß der Vater sich exakt so verhielt wie sein Stellvertreter in der Aufstellung. Es ging sogar so weit, daß der Vater nicht nur inhaltlich dasselbe sagte wie sein Stellvertreter in der Gruppe, sondern dass er sich zum Teil identischer  Worte bediente.
 
Nachdem alle „Familienmitglieder gesagt haben, wie sie sich fühlen oder Ihren Platz gefunden haben, verändert der Therapeut die Positionen, bis eine Ordnung gefunden wird, bei der sich jeder wohlfühlt. Die Suche nach der Lösung dient nicht nur dem Klienten, sondern der ganzen Familie. Der Therapeut orientiert sich dabei an der gesprochenen sowie nicht gesprochenen Resonanz der Aufgestellten: Wie reagiert der Körper? Was teilen Gestik und Mimik mit? Wenn für alle die Lösung gefunden ist, erkennt man das an einem Leuchten in den Gesichtern und der entspannten Körperhaltung. So muss zum Beispiel in einer Schlußaufstellung der von allen verachtete homosexuelle Onkel, der Selbstmord begangen hat, nicht länger mit dem Rücken zur Familie stehen, sondern erhält einen würdigen Platz, wo ihn alle deutlich sehen können. Auf diese Weise braucht ein später geborener Junge das Schicksal dieses Onkels nicht unbewußt nachzuahmen.

 
Dieses unbewußte Aufnehmen eines Schicksals früher Geborener heißt "Verstrickung". Werden solche ausgeschlossenen Personen wieder gewürdigt, braucht sich niemand mehr mit ihnen unbewusst zu identifizieren, ja sie werden sogar zum Segen. Hat der Klient sich mit einem auf diese Weise Verachteten bereits identifiziert, kommt er meist am Schluss der Aufstellung an den Platz seines bisherigen Stellvertreters und kann spüren, wie er sich in der Familie fühlt. Je nach Situation kann er zu dem toten Onkel sagen: „Ich gebe Dir die Ehre. In meinem Herzen hast Du einen Platz. Bitte segne mich, auch wenn ich noch bleibe."
 
Manch einer tut sich schwer, solche Sätze mit der Zunge und auch mit dem Herzen zu sagen. Darauf zu achten und den Ernst der Situation zu wahren ist Aufgabe des Therapeuten. Kommt ein solcher Satz bei dem Empfänger nicht richtig an, sagt dieser Stellvertreter das häufig auch, weil er fühlt, ob das ernst gemeint ist oder nicht. Die Sprache des Herzens "erhören".
 
Wenn in der Aufstellung die Lösung gelingt, wird sie jenseits aller therapeutischen Einflußnahmen als Geschenk, ja sogar als "Gnade" erlebt. Der Therapeut "verhilft" dabei nur der verborgenen Liebe ans Licht. Wie sich der Klient an dieser Weggabelung entscheidet, ist allein seine Verantwortung. Der Therapeut weiß letztlich nicht, was für ihn besser oder schlechter ist.
 
Anmerkung:
Bei lang anhaltenden tieferen Problemen reagiert der Körper zwangsläufig. Es entstehen körperliche, organische oder auch starke Rückenprobleme. Hierbei sind Aufstellungen sehr sinnvoll, weil nur über die Auflösung der Ursachen eine Beseitigung der Probleme möglich ist.

 
 
 
 
                 
+++  Alles ist kosmisch als Frequenz gespeichert und daher funktioniert eine Aufstellung. +++

 
 
 
 
      
+++ Nur ganzheitliches Denken in Liebe und Demut läßt heilende Hilfe zu! +++